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venusfilmprojekte - Tears of April



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Titel Tears

   
foto regisseur    

Tears of April

Synopsis

Langinhalt

Regisseur

Schauspieler

Romanvorlage

Stab und Besetzung

Pressestimmen

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Der junge Regisseur Aku Louhimies (Jahrgang 1968) ist der aufgehende Stern, des jüngsten finnischen Kinos – längst hat er sich international einen Namen gemacht. Vier Spielfilme hat er bereits gedreht sowie zahlreiche TV-Serien. Sein Debutfilm „Restless” (2000) war mit 290.000 Besuchern der erfolgreichste Kinofilm des Jahres in Finnland und wurde in mehr als 20 Länder verkauft. Seine TV-Serie “Irtiottoja” gewann alle nur erdenklichen Preise und war ein Bestseller auf DVD. „Frozen Land” (2005) erhielt auf dem Festival von Göteborg nicht einen, sonder alle Preise: Bester Film, Publikumspreis, FIPRESCI-Preis, Kodak-Preis, Preis der ökumenischen Jury – ein einmaliger Vorgang. Sein Werk „Frozen City” (2006) wurde mit dem FIPRESCI-Preis, dem Europa Cinemas Label and dem FICC Preis beim Internationalen Festival von Karlovy Vary ausgezeichnet.

Ich bin mit Leena Lander befreundet. Als sie eines Tages von dem Thema ihres neuen Buchs sprach, entschied ich mich sofort einen Film daraus zu machen. Das war viele Jahre bevor das Buch überhaupt geschrieben war. Für mich ist der Film, Liebe und das Thema des Unabhängigkeitskampfes wichtig. Die Aufarbeitung dieser Phase in der finnischen Geschichte, aber auch die deutsch-finnische Verbindung fällt noch heute schwer. Es ist ein dunkles Kapitel in unserer Geschichte. Der Film basiert auf historischen Tatsachen. Die Intellektuellen hatten ein deutsche Ausbildung, die deutsche Sprache war weit verbreitet. Die deutsche Invasion in Südfinnland, gab den Kämpfen eine entscheidende Wendung und half den Weißen zu gewinnen. Diese Verbindung zu Deutschland, führte später zu der Beteiligung am Zweiten Weltkrieg an der Seite der Deutschen. Die deutsche Kultur, z. B. Goethe prägte die Menschen.

 

Interview:

venusfilm: Was hat für Sie den Anreiz gegeben diesen Film zu machen?

Aku Louhimies: Ich mag die Geschichte. Für mich ist es eine Liebesgeschichte, die sich damit beschäftigt und auch ein wenig damit spielt, was richtig und falsch ist, und sich generell die Frage stellt, was Liebe an sich eigentlich ist. Ich mag Geschichten, in denen die Motive der Personen nicht sofort ersichtlich sind, was hier der Fall ist. Ich denke das hat mich am meisten gereizt diesen Film zu machen.

venusfilm: „Tears of April“ ist ja eine Verfilmung von Leena Landers Roman „Die Unbeugsame“. Was haben Sie für die Filmadaption verändert?

Aku Louhimies: Ziemlich viel. Das Buch selbst ist mehr ein Thriller mit vielen Zeitsprüngen,. Leena und ich arbeiteten zusammen an der ersten Version des Skripts und während dieser Arbeit fiel ihr auf, dass es in der Handlung viele Lücken gibt. In einem Roman ist das kein Problem, aber für die Verfilmung hätte das nicht so gut funktioniert. Ich wollte die Geschichte einfacher und verständlicher erzählen, weshalb die Handlung im Film im Gegensatz zum Roman linear verläuft.

venusfilm: Wie sind Sie an den Film herangegangen? Als Frau Lander Ihnen von dem Roman erzählt hat, hatten Sie da sofort eine Vorstellung davon, wie der Film aussehen soll?

Aku Louhimies: Meiner Meinung nach sollte man mit offenen Augen an Dreharbeiten gehen. Ich finde es nicht gut, wenn man sich vorher zu hause schon einen Plan oder eine Vorstellung davon macht, wie alles genau aussehen und ablaufen soll. Ich möchte einen Film machen, in dem ich die Dinge, die um mich herum stattfinden sehe und mit verarbeite. Bei diesem Film zum Beispiel hatten wir ein ziemlich kleines Budget und ich musste daher das beste aus den Möglichkeiten machen, die sich mir boten und Entscheidungen treffen. Wenn das Skript einen romantischen Sonnenuntergang vorgibt und es aber in Strömen regnet, müssen wir den Regen halt in die Romantik der Szene mit einbauen. Man kann das Wetter eben nicht kontrollieren, sondern muss mit den gegebenen Möglichkeiten arbeiten und dabei das beste herausholen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe Filme zu machen. Dies ist mein sechster Film und er liegt mir wirklich sehr am Herzen.

venusfilm: Für mich ist es sehr schwer zu verstehen, wie die Hauptdarsteller sich bei all der Grausamkeiten und Feindschaft trotz allem ineinander verlieben können.

Aku Louhimies: Das ist das besondere an Leena Landers Büchern. (Sie sind nicht unbedingt politisch korrekt.) Viele beschweren sich darüber, wie es denn möglich ist, dass Miina nachdem sie vergewaltigt wurde solche Gefühle entwickeln kann. Die Antwort auf diese Frage ist simpel: Menschen sind einfach verschieden. Sie reagieren individuell auf bestimmte Situationen und es gibt da kein richtig oder falsch. Ich glaube auch, dass der Wille zu überleben im Menschen so stark ist, dass man bereit ist Opfer zu bringen. Es gibt verschiedene Arten des Opferns, die im Film auch dargestellt werden. Man kann die Geschichte auch als eine Art Romeo und Julia Variation sehen, mit dem Unterschied, dass bei „Tears of April“ am Ende in Form des Kindes mehr Hoffnung steht.

venusfilm:Wie ist die Situation in der finnischen Gesellschaft heute?

Aku Louhimies: Ich denke meine Generation ist wahrscheinlich die erste, die den Bürgerkrieg ohne politischen Hintergrund betrachten kann. Ich glaube der Krieg ist etwas, das heute trotz allem noch präsent ist und die Gesellschaft auf eine gewisse Art teilt. Doch nach 90 Jahren fangen die Wunden natürlich auch langsam an zu heilen.

venusfilm: Ich habe gehört der Unabhängigkeitskrieg sei in Finnland immernoch ein Tabuthema, unter anderem weil bei den Exekutionen mehr Rote ums Leben kamen als in den Kämpfen selbst.

Aku Louhimies: Das stimmt. Es sind etwa 14000 Menschen durch Exekutionen ums Leben gekommen. Die Population Finnlands zu der Zeit war nicht so groß, und es gab weit mehr Todesopfer durch Exekutionen als durch Kampfhandlungen. Die Gesellschaft versucht dies zu vergessen, eine typisch finnische Art mit unangenehmen Dingen umzugehen.

venusfilm: Wie hat das finnische Publikum auf den Film reagiert?

Aku Louhimies: Sehr unterschiedlich. Es gab einige, die der Meinung waren der Film zeigt zu viel von der Roten Sichtweise. Ich habe schon oft versucht zu erklären, dass die Handlung des Films nach dem Krieg stattfindet und sich daher mehr mit dieser Sicht beschäftigt. Ich will mit dem Film aber keine Position beziehen und stelle nicht dar, wer jetzt richtig oder falsch liegt.

venusfilm: Ich habe gehört Eino, der Junge sei Ihr Sohn. Wie war es mit ihm zu arbeiten und ihn an diese doch schwierige Rolle für ein Kind heranzuführen?

Aku Louhimies: Ich finde es einfacher mit Menschen zu arbeiten, die man kennt. Je besser man jemanden kennt, desto leichter ist es mit dieser Person zu arbeiten. Für mich war es einfacher, meinem Sohn,also jemandem, der mir so Nahe steht, die Rolle zu erklären als dies wahrscheinlich bei einem fremden Kind der Fall gewesen wäre. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mit ihm zu drehen.

venusfilm: Wie kam es zu der Szene mit dem „Erlkönig“?

Aku Louhimies: Diese Stelle gab es schon im Roman. Zu der damaligen Zeit hatte die deutsche Kultur eine sehr großen Einfluss auf die Finnen. Viele Jungen gingen für ihre militärische Ausbildung nach Deutschland. Diesen Film zu drehen war mir sehr wichtig. Er basiert auf historischen Ereignissen, dem finnischen Bürgerkrieg, von dem eigentlich kaum jemand etwas weiß. Ich hoffe, dass der Film viele Menschen dazu bringen wird, über diese Ereignisse nachzudenken und zu reden.


Filmografie:
1995 Juna
1996 Urpon ja Turpon salaisuus
1996 Splinters (Sirpaleita)
1998 Ensi tiistaina Brahmsia
1998 The Journey of a Father (Iso poika)
2000 The Restless (Levottomat)
2002 Lovers & Leavers (Kuutamolla)
2005 Frozen Land (Paha maa)
2006 Frozen City (Valkoinen kaupunki)
2006 Man Exposed (Riisuttu mies)
2007 Talolliset fi
2008 Tears of April (Käsky)
2008 Late Fragments
2008 Uneternal City (Teilregie)