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Winner Marrakech International Film Festival
Best Actor
EERO AHO for the film TEARS OF APRIL by Aku Louhimies - Finland http://en.festivalmarrakech.info/AWARDS_a133.html
Eero Aho über Emil Hallenberg:
Der Charakter Emil Hallenberg basiert auf einer der echten Person Erik
Grotenfelt, er war ein Richter im Standgericht. Er hat während seiner
Untersuchungen, innerhalb eines Monats 60 Menschen hingerichtet. Er beschrieb
seiner Frau die Ereignisse in einem Brief, der noch heute existiert. Er
gehört zu den Intellektuellen, die in der Zeit in Finnland die „Upper
Class“ repräsentierte. Sie reisten viel in Europa. Er rezitiert
deutsche Literatur wie beispielsweise „Der Erlenkönig“.
Leider wird er innerhalb weniger Monate zu einem Diktator. Die Macht
Entscheidungen zu treffen, trübt seine Urteilsfähigkeit und
er verliert seinen Glauben an die Menschheit. Zusätzlich verliert
er nach und nach seine
Skruppel und erkennt zu spät, dass er sich in eine Einbahnstrasse
manövriert hat. Zu allem Übel enfremdet er sich von seiner Frau
endgültig. Er verliebt sich in einer Weise, die damals unter keinen
Umständen geduldet wurde.
Hallenberg ist selbst ein Opfer. Er wird in die Pflicht über die
Schicksale vieler Unschuldiger entscheiden zu müssen, gedrängt..
Übereifrig versucht er den Anforderungen gerecht zu werden. Seine
wirkliche Liebe wäre die Poesie, das Leben und die Schönheit,
stattdess brechen seine schlechtesten Eingenschten aus ihm heraus.
Während der Vorbereitung des Drehbeginns las ich viel erst kürzlicht
veröffentlichte Literatur zu dem Thema. Die Ereignisse waren schon
immer ein Widerspruch in unserer Geschichte, ein Trauma, über das
in Finnland noch oft geschwiegen wird. Unsere Generation ist die erste,
die dazu bereit ist diese Wunden zu öffnen.
Wir begannen zwei Monate vor Drehbeginn mit dem Regisseur Aku Louhimies
und den anderen beiden Hauptdarstellern zu proben. Während der Zeit
ließ ich mir einen Schnurrbart wachsen und nahm 10 Kilo zu, um zu
der Figur Hallenberg zu werden. Ich wollte anders aussehen und mich anders
fühlen, um mich als Schauspieler besser in die Rolle des Hallenbergs
hineinversetzen zu können. Er war eine Art „Dandy“, soweit
das in dieser Zeit in Finnland möglich war, und ich hatte großes
Glück mit der exzellenten Kostümdesignerin Tiina Kaukanen zusammenzuarbeiten.
Des Weiteren spreche ich auch ein wenig Deutsch. Mit dem „Erlkönig“
kam ich schon vor dem Dreh in Berührung, als ich mir Schumanns Lied
anhörte. Die Geschichte bindet meinen Charakter in die Filmhandlung
ein. Das Gedicht verhalf mir verschiedene Facetten des Charakters zu erkennen.
Während des Drehs war der Zeitplan sehr eng bemessen. Die Budgets
für finnische Filme sind fast untragbar. Wir mussten sechs Tage die
Woche sowohl bei Tag als auch bei Nacht drehen, was für Hallenberg
allerdings sehr gut funktionierte. Manchmal wusste ich nicht mal, ob es
Tag oder Nacht war, was für seine Entwicklung zu einer Person im
Konflikt hilfreich war.
Diese Zeit wurde auch zu einer schwierigen Phase für mich selbst.
Die Wunden des Finnischen Bürgerkrieges von 1918 verheilten in gewisser
Weise erst kürzlich. Ich hatte die Möglichkeit die neuesten
historischen Forschungsergebnisse zu lesen und dadurch neue Einblicke
in diese Zeit zu gewinnen. Auch mein Großvater war Teil des Krieges,
er kämpfte auf der roten Seite. Er führte zu der Zeit ein Tagebuch
und ich hatte die Möglichkeit dazu dieses zu lesen.
Für einen Schauspieler war dieser ganze Prozess sehr schmerzhaft.
Diesen kaltblütigen Exekutionen gegenüberzustehen, zuzusehen,
wie kleine Jungen grundlos getötet werden und dabei zu realisieren,
dass dieses vor nicht allzu langer Zeit wirklich so stattgefunden hat
und es auch heute noch Situationen wie diese auf der Welt gibt, die sich
vielleicht genau in diesem Moment abspielen. Obwohl der Dreh für
mich eine schmerzhafte Zeit war, stellte er auch eine Herausforderung
dar, der jeder Schauspieler gegenüberstehen möchte. Intensiv
und bereichernd.
Filmografie:
Winner Intrenational Marakkesh Filmfestival, Best Actor _ Eero Aho
1989 1249 km (TV-Film) Regie: Aleksi Mäkelä
1993 Harjunpää ja kkiusantekijät Regie: Åke Lindman
1993 The Romanov Stones (Romanovin kivet) Regie: Aleksi Mäkelä
1995 Juna Regie: Aku Louhimies
1997 Viisi tytärtäni (TV Film) Regie: Hannu Kahakorpi
1997 Joonas Regie: Raimo Lång
1998 Ensi tiistaina Brahmsia Regie: Aku Louhimies
1998 The Journey of a Father (Iso Poika) Regie: Aku Louhimies
1999 The Tough Ones (Häjyt) Regie: Aleksi Mäkelä
1999 Itsenäisyyden ilta (TV Film) Regie: Pekka Milonoff, Sulevi Peltola
2004 Trench Road (Juoksuhaudantie) Regie: Veikko Aaltonen
2005 Tarpeettomia ihmisiä (TV Film) Regie: Matti Iljäs
2008 Tears of April (Käsky) Regie: Aku Louhimies
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